HeidenKinder

Die Seite wurde leider nie beendet; sie deckt etwas ausführlicher nur die Zeit vom Kindergarten bis zur Grundschule ab.

Auf dieser Seite:
Säuglinge, Kleinkinder / Kindergartenkinder / Schulkinder / Schulkinder (Pubertät) / Junge Erwachsene

Allgemeines

Die Eltern als Sorgeberechtige für ihre Kinder entscheiden, inwiefern sie die Kinder religiös erziehen wollen. Immer mehr Eltern, die oft in der noch kinderlosen Zeit zum germanischen Heidentum gefunden haben, möchten ihre Kinder heidnisch erziehen. Aber wie geht das? Auf dieser Seite kann und werde ich nicht schreiben, wie das geht - das wäre eine Anmaßung. Ich kann nur die Erziehung meiner eigenen Kinder reflektieren und diese Dinge teilen. Ich hoffe dabei auf Rückmeldungen der Seitenbesucher, auf Anregungen, Kritik, Vorschläge ...
Aufgrund der Fülle der Informationen zum Themenbereich dieser Seiten könnte es so scheinen, als ob die Kinder quasi von germanischer Religion erdrückt werden sollen, um sie auch ja "auf Linie zu halten". Das ist natürlich Unsinn, der daraus entstehen kann, daß es sich hier um eine thematisch sehr eingegrenzte Seite handelt, die auch das Thema Kindererziehung aus diesem Blickwinkel beleuchtet. Unsere Kinder spielen auch mit Ritterburg, Polizeiautos, Lego Star Wars und was auch immer, aber das soll hier natürlich nicht erwähnt werden. Und wie frech "Heidenkinder" aussehen können, das sieht man auf dem Bild etwas weiter unten... ;-)


Säuglinge, Kleinkinder

In diese Zeit bis zum Besuch des Kindergartens fällt zunächst die Kindesweihe. Ein schönes Geschenk ist aus meiner Sicht der Runenring, der auf der Seite über die Kindesweihe beschrieben ist. Das Kind erhält einen Namen und man kann eine Gottheit bitten, über das Kind zu wachen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Vorstellung von der fylgja, dem Folgegeist eines Menschen. Diese fylgja wurde durchaus überindividuell als "Familienfylgja" (aettarfylgja) gedacht. Die Eltern können hier also versuchen, den Kontakt zu ihrer fylgja (in anderer Ausdrucksweise ihrem Krafttier) zu finden und diese(s) bitten, über das Kind zu wachen.
Donar Sinnvoll ist es auch, ein runisches Schutzamulett (Beispiel) herzustellen, das man über das Bett des Kindes hängt. Frigg oder Donar sollte man um Weihung bitten.
Schon in dieser Zeit kann man das Kind zu Treffen und Ritualen mitnehmen, wir haben z.B. ganz einfach den Kinderwagen (mit dem schlafenden Kind) in den Ritualkreis gestellt. Wenn das Kind wach ist, wird es im Arm gehalten oder es kommt in den Tragegurt.
Für viele Erwachsene dürfte die Anwesenheit von Kindern bei Ritualen eine Umstellung darstellen. Der Charakter der Rituale verändert sich, man muß ab und an auch quengelige Kinder "ertragen". Wichtig ist, daß bei den am Ritual teilnehmenden Erwachsenen Einigkeit darüber herrscht, daß die Kinder mitmachen. Man hat natürlich grundsätzlich mehrere Möglichkeiten: Rituale mit oder ohne Kinder, eigene Kinderrituale usw. Ich habe früher immer die Auffassung vertreten, daß es wohl am besten sei, wenn man am Nachmittag ein spezielles Kinderritual durchführt, das die älteren Kinder auch mitgestalten können, und dann später am Abend das "richtige" Ritual nur für Erwachsene. Aus dem Empfinden heraus, daß die Kinder untrennbar zur Heilsgemeinschaft nicht nur der Sippe, sondern auch der am Ort versammelten Gruppe gehören, glaube ich nun, daß Kinder immer miteinbezogen werden sollten - also zum Hauptritual. Erwachsene können immer noch am späteren Abend eigene, zusätzliche Rituale o.ä. machen.

Kinder diesen Alters werden neugierig sein auf das, was die Eltern machen. Wie Largo im unten stehenden Zitat schildert, lernen Kinder durch Nachahmung der Eltern. Eltern, die also ihre Religion ganz normal in ihr Leben eingebettet haben, werden feststellen können, daß die Kinder sich daran orientieren und spielerisch nachzuahmen beginnen.
Wir halten die Heilige Mitte für sinnvoll, um dem Kind durch die jahreszeitliche Neudekoration mit dem Wechsel im Lauf des Jahres in Berührung zu bringen. Mit dem Kleinkind kann man z.B. am Morgen eine Anrufung sprechen (s. Tageszeit-Anrufungen), bei der dann die Kerzen der heiligen Mitte entzündet werden. Dann kann das Kind eine Rune aus dem Beutel ziehen und man erklärt kindgerecht, was sie bedeutet.

Kindergartenkinder 

"Wenn sie (die Eltern, V. Wagner) das Kind an ihrem Leben teilhaben lassen, eignet es sich die Verhaltensweisen über die Nachahmung selber an. In vielen Ländern der Erde leben die Kinder noch in einer Gemeinschaft mit den Erwachsenen. Sie übernehmen gesellschaftliche und religiöse Bräuche durch gemeinsames Erleben und Nachahmung. In der Industriegesellschaft wurden die Kinder, im besonderen Maße Säuglinge und Kleinkinder, zunehmend aus dem Leben der Erwachsenen ausgegrenzt. Eine solche Isolierung wirkt sich ungünstig auf die Entwicklung der Kinder aus, da die frühe Sozialisierung und die ersten Lernerfahrungen in hohem Maße aus dem gemeinsamen Erleben heraus entstehen."
   [Largo]

Allgemeines

Kinder in diesem Alter sind schon wieder etwas aufnahmefähiger. Man wird schon vorher etwas von den Götter erzählt haben. Ich habe z.B. bei meinem ersten Sohn, der von Donar beschützt werden sollte, immer von Donar erzählt - wie er im Gewitter dahinbraust usw. Kinder merken sich das und irgendwann meinte mein Sohn: "Donar ist guter Freund, bringt mir Apfelschorle." :-)
Man kann jetzt z.B. mit einem Buch wie Voenix' Germanischer Götterhimmel die Gottheiten durchgehen und dem Kind darüber einfache Geschichten erzählen, die z.B. nur die wichtigsten Attribute der Götter erklären. Ich halte es für sinnvoll, hier auch schon darauf hinzuweisen, daß diese Geschichten nicht die "abschließende Wahrheit" über die Gottheit darstellen, sondern daß die Kinder die Götter "später besser kennenlernen werden".

Kindergarten / -hort

Ansgar Bestand des Leben des Kindes bisher meist aus "informellen" Krabbelgruppen und Spielplatzkontakten, so wird es nun das erste Mal mit dem staatlichen (oder konfessionellen) Erziehungssystem konfrontiert. Wichtig für heidnische Eltern ist es in Erfahrung zu bringen, welche Kindergärten konfessionell ausgerichtet sind, welche nicht. Hier muß man nachfragen, weil es auch städtische (gemeint sind nicht-konfessionelle) Kindergärten gibt, in denen das christliche Morgengebet zum Tagesablauf gehört. Umgekehrt gibt es konfessionelle Kindergärten, die keinen großen Wert auf religiöse Erziehung legen. Somit sollten sich die Eltern frühzeitig bei den in Frage kommenden Kindergärten melden und in einem persönlichen Gespräch mit der Leitung in Erfahrung bringen, wie der konkrete Kindergarten das handhabt. Bei Problemen muß man sich zuerst über den Träger des Kindergartens klar werden, dann kann man auch einen eventuell vorhandenen Elternbeirat einschalten. Zuletzt könnte man sich an die Gemeide bzw. das Jugendamt wenden. Achtung: Jugendämter sind was "besondere religiöse Gruppen" angeht, nicht notwendigerweise aufgeschlossen.

Für Anregungen zu Bastel- und Spielaktionen mit Kindern ab ca. 4 Jahren möchte ich auf das sehr schöne Buch Die Wikinger sind los! hinweisen. Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube, die historische, kindgerecht aufbereitete Informationen mit Spielvorschlägen verbindet. Die Kinder werden anhand der wikingerzeitlichen Monatsnamen durchs Jahr begleitet. Ähnlich aufgemacht ist das im gleichen Verlag erschienene Buch Wilde Stämme - Kinder spielen Kelten und Germanen.

Ein Malbuch mit Alltagsdarstellungen der Wikinger zum Ausmalen können wir gerne per Mail zusenden. Es ist eine PDF-Datei mit ca. 4,5MB. Bitte über Kontakt anfragen.

[Hinzufügen, wie sich die Eltern z.B. im Lauf der Jahreskreisfeste in den Alltag im Kindergarten einbringen können.]

Runensatz

Runensatz eines Kindergartenkindes

Das Kindergartenalter ist ein guter Zeitpunkt, um mit einem Kind seinen ersten, eigenen Runensatz anzufertigen. Hier könnte man so vorgehen: Im Winter, wenn der Busch / Baum, von dem die Runen stammen sollen, kein Laub trägt, suchen die Eltern mit dem Kind einen Ast aus, aus dem die Runen geschnitten werden sollen. Man markiert den Ast z.B. mit bunten Bändern. Im Frühling, wenn die Sonne wieder das Wachstum anregt und erste Blattknospen aufspringen, wird dieser Ast gemeinsam mit dem Kind abgesägt. Man fertigt den Runensatz wie auf dieser Seite beschrieben an. Aufgrund der einfachen Formen können die Runen auch gut ausgemalt werden; hier bietet sich das Rune coloring book an, das wir gerne auf Nachfrage zusenden. Das Copyright hat Clif der Brauer, es handelt sich um eine PDF-Datei mit ca. 300KB. Bitte über Kontakt anfragen.

Sonstiges

Ein paar Worte zum Fernsehen: Helga Grübler hat in ihrem Buch gut zusammengefaßt, warum zuviel Fernsehen für Kinder nicht gut ist. Kinder erleben im Fernsehen ein "Leben aus zweiter Hand", sozusagen Erfahrungen aus der Retorte. Sie werden auch in ihren Gefühlen "ferngesteuert", wobei das Programm das Tempo vorgibt. Um das alles zu verstehen, was im Fernsehen läuft, werden die Kinder quasi zum Stillhalten gezwungen. Fernsehen hemmt also die Spielaktivität und fördert das passive "Sich-Unterhalten-Lassen". Das Kind erlebt im Fernsehen z.B. wie die dort handelnden Charaktere Konflikte lösen, es löst aber nicht selbst welche durchs reine Zuschauen. Soweit Grübler. Dann machen mir als Vater v.a. die übermittelten Inhalte Angst. Ich sah vor kurzem das Ende der Super-RTL-Spielshow "Super Toy Club". Die Gewinner durften während 3 Minuten durch einen Spielzeug-Supermarkt rennen und ihre Gewinne sozusagen direkt aus den Regalen in den Einkaufswagen schaufeln. Solche Dinge fallen für mich bereits unter "Mißbrauch" der kindlichen Psyche, aber ich sehe das auch sicher etwas enger als manch anderer. Jedenfalls ist dies kein Programm, das hilft, die Kinder zu mündigen Bürgern zu erziehen, die nicht ständig dem neuesten Konsumschrott hinterherhecheln. Somit dürfte klar sein, daß Fernsehen nur punktuell den Alltag der Kinder begleiten sollte. Es ist sehr hilfreich, sich die Sendungen zusammen mit den Kindern anzusehen, um entscheiden zu können, ob sie schon etwas für das Kind sind, bzw. um Fragen der Kinder beantworten zu können.

Zum Julfest mit Kindern: Die eine Seite ist das Einbeziehen der Kinder in die Vorbereitungen. Wir kaufen den "Julbaum" gemeinsam, schmücken ihn gemeinsam (Ersatz-Kugeln vorhalten!), gehen die Dinge fürs Ritual gemeinsam kaufen usw. Die Kinder sind eingebunden, die Eltern leben vor - das klassische Schema.
Die andere Seite ist die Ausdeutung des Julfestes - auch gegen die Deutungshoheit der Christen. Julbaum wird dann schon mal zu Christbaum, der Weihnachtsmann geistert durch die Erzählungen der Kinder und manchmal taucht auch das Christkind auf. Wir haben bislang die beste Erfahrung damit gemacht, Unterschiede hervorzuheben und zu erklären. "Wir sagen Julzeit, weil ...", "wir haben einen Julbaum ...", "das Christkind kommt nicht zu uns, wir beschenken uns gegenseitig zu Jul ...". Man darf es halt nicht übertreiben. Beispiel: Zu Anfang, als unser Ältester noch sehr klein war, haben wir wert darauf gelegt, statt Weihnachten immer Jul zu sagen. Wenn dann in einem Kinderbuch das W-Wort vorkam, haben wir es durch das J-Wort ersetzt. Irgendwann bekam unser Sohn das aber mit, also auch konkret vor dem Hintergrund, daß wir Jul sagen, Oma und Opa aber Weihnachten. Und dann las ich mal aus einem Buch vor, ersetzte W. durch Jul und er fragte mich: "Papa, was steht da wirklich?" Unsere Sprache wurde dann weniger streng, wir sprechen nun häufiger von Weihnachten und dem Weihnachtsbaum, allerdings bleiben wir bei Dingen wie dem "Christkind" strikt.

[Hinzufügen, was mit den Kindern in diesem Alter im Familienrahmen gemacht werden kann.]

Konflikte

In diesem Alter könnte es (schon) zu Konflikten mit dem Umfeld des Kindes kommen (hier seien z.B. die Großeltern erwähnt), wenn das Kind vom heidnischen Leben erzählt. Nehmen Kinder an Ritualen teil, werden sie "aller Welt" auch mal davon erzählen, v.a. dann wenn es ihnen Spaß macht und die Eltern das Heidentum als "natürlichste Sache der Welt" vorleben. Gerade diese letzte Bemerkung sollte zentralen Charakter haben: Heidnische Religion sollte so normal wie möglich in den Familienalltag eingebunden sein. Die Eltern sollten offen mit den Kindern sprechen und auch darauf hinweisen, daß andere Leute eben eine andere Religion haben. Bei uns z.B. korrigierten die Großeltern "Julzeit" zu "Weihnachtszeit". Eine zeitlang war unser Ältester verwirrt, aber wir haben dann einfach immer wieder angemerkt, daß Oma und Opa ein anderes Wort benutzen, wir aber eben Julzeit sagen. Jetzt kann er das gut unterscheiden.
Sollte es jedoch zu richtigen Konflikten kommen, müssen diese ohne die Kinder (und schon gar nicht vor ihnen) ausgetragen werden. Hier sind deutliche Worte der Eltern an die Adresse der anderen nötig, wenn es darum geht, daß Erziehung Sache der Eltern ist und daß sie sich da nicht hereinreden lassen.

Bücher

Gernot Kindern in diesem Alter kann man Märchen vorlesen, hier z.B. die der Gebrüder Grimm. Vieles in diesen Märchen bezieht sich auf eine heidnische Vorzeit, auf Symbole und Reminiszenzen einer vorchristlichen Kultur. Natürlich geben die Märchen in ihrer heutigen Form das nicht unbedingt so augenfällig her. Hier könnte es sich anbieten, daß die Eltern sich vorab mit Märchen und Märchendeutung beschäftigen. Es gibt eine reichhaltige Literatur (z.B. bei Amazon unter Märchen nach Sekundärliteratur suchen), von der ich ein paar Bücher nennen möchte, die mir sinnvoll erscheinen, ohne daß ich sie im einzelnen kenne (bitte um Rückmeldungen von Leuten, die diese Bücher haben!). Des weiteren möchte ich noch einmal auf das Büchlein Der Zwergenkristall von Maria Rosenmeyer verweisen (Rezension von K. Oertel). Hier kann man bekannte Märchen in einer umerzählten Weise kennenlernen, die dem "heidnischen Original" nahekommen.
Bettelheim, Bruno: Kinder brauchen Märchen; München (dtv), 1980
Diederichs, Ulf: Who's who im Märchen; München (dtv), 2002
Grimm, Jakob / Grimm, Wilhelm / Rölleke, Heinz (Hrsg.): Grimms Märchen, ausgewählt und mit einem Kommentar versehen; Frankfurt (Suhrkamp), 1998
Knoch, Linde: Praxisbuch Märchen; Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus), 2001
Lüthi, Max: Das europäische Volksmärchen; Stuttgart (UTB), 101997
Röhrich, Lutz: 'und weil sie nicht gestorben sind ...'; (Böhlau), 2002

In diesem Alter kann man auch schon mit den schönen "Zwergenstübchen"-Büchern aus dem Vehling-Verlag anfangen, z.B. Natur erleben oder Jahrbuch.
Zwei Bücher haben es mir besonders angetan: Die Wikinger sind los! sowie Wilde Stämme - Kinder spielen Kelten und Germanen, beide aus dem Ökotopia-Verlag (genauere Angaben durch Klick auf die Bilder). Beide Bücher bieten historisch korrekte Informationen verbunden mit Spiel- und Bastelanleitungen und Liedern.
Die Wikinger sind los! Wilde Stämme

Schulkinder 

"Ich bin, wenn ich Bringsvaerds Version (seine Eddanacherzählung) meinen Kindern erzähle, nur ein weiteres Glied in einer langen Kette. Und sie wiederum sind schon längst dabei, ihre eigenen, oft sehr unterhaltsamen Verständnisse und Mißverständnisse zu produzieren."
   [Enzensberger in Bringsværd]

Allgemeines

Schulkinder - in diesem Abschnitt so zwischen 6 und 12 Jahren - verstehen schon viel mehr von der Welt. Sie hinterfragen und spätestens in diesem Alter sollten die Eltern damit rechnen, daß auch ihre "mythologischen Kenntnisse" getestet werden. :-)

Eine weitere schöne Idee: man kann für die Kinder einen "Baumpaten" wählen, also einen Baum, den sie (und der sie) durch die wechselnden Jahreszeiten begleiten (begleitet). Die Kinder lernen so im Wald die verschiedenen Jahreszeiten kennen.

In diesem Altern kann man den Kindern auch Autogenes Training vermitteln. Das hilft, mit allerlei Streß umgehen zu können, es ist aber auch eine schöne Methode, um darauf Meditationen aufzubauen.

[Hinzufügen, was mit den Kindern in diesem Alter im Familienrahmen gemacht werden kann.]

Religionsunterricht 

Laut Artikel 7, Abs. 2 des Grundgesetzes haben die "Erziehungsberechtigten ... das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen."

Somit können Eltern die Kinder vom konfessionellen Unterricht befreien (das geht auch, wenn diese Kinder getauft und Mitglied einer christlichen Kirche sind). Das ist je nach (deutschem) Bundesland unterschiedlich geregelt. Meist muß die Befreiung schriftlich zum Anfang des Schuljahres der Schulleitung mitgeteilt werden. Achtung: Die Abmeldefrist kann sehr gut (wenige Tage) sein!
In fast allen Bundesländern ist das nun so geregelt, daß die Kinder dann verpflichtend einen Ersatzunterricht ("Ethik") zu besuchen haben.
Hinweis: Bei konfessionellen Schulen ist das anders, da wird z.B. auch das konfessionslose Kind manchmal zur Teilnahme am Religionsunterricht einer Konfession gezwungen (bzw. wird zur Voraussetzung der Aufnahme des Kindes die Verpflichtung zum Besuch des Religionsunterrichts gefordert).
Wenn es keinen Ersatzunterricht gibt, versuchen die Schulen gelegentlich, das Kind in den regulären Unterricht einer anderen Klasse "zu stecken". Das müssen die Eltern nicht dulden; dazu gibt es auch Urteile: schleswig-holsteinisches Oberverwaltungsgericht (AZ: 3 L 6/00; 7.12. 2001). Demnach sind Kinder nur verpflichtet, einem gleichwertigen Unterricht (Ethik, Philosophie) beizuwohnen. Das hatte schon 1998 der Mannheimer Verwaltungsgerichtshof ähnlich gesehen.
Wenn der Religionsunterricht also nicht besucht wird, hat das Kind frei. Die Schule ist dann in einer Beaufsichtigungspflicht. So könnten die Kindern, die gerade frei haben, unter Aufsicht einer Lehrperson Aufgaben machen. Problematisch ist das, wenn die Kinder z.B. im Lehrerzimmer beaufsichtigt werden sollen. Dadurch bekommen die Kinder einen Sonderstatus unter den Schülern, was sie im schlimmsten Fall zu Außenseitern machen kann. Am besten ist es, wenn die Eltern die Kinder zu diesen Freistunden abholen und ggf. zurückbringen. Man sollte also am ehesten darauf hinarbeiten (im Gespräch mit der Schule), daß die Eltern sich in der Freistunde kümmern. Genau zu diesem Zweck gibt es z.B. Anregungen der Kultusminister, den Religionsunterricht auf die "Eckstunden" zu verlegen, damit die Kinder später gebracht oder früher abgeholt werden können. Wie gesagt, meist gilt das nur für die Grundschulen, die oft noch keinen Ethikunterricht anbieten.
Weiterhin ist noch der Artikel 136 (Weimarer Verfassung) Satz 4 [bundestag.de/parlament/funktion/gesetze/grundgesetz/gg_11.html] wichtig, wonach niemand zur Teilnahme an religiösen Feierlichkeiten gezwungen werden darf. Das heißt z.B., daß es keine Pflicht zur Teilnahme an Schulgottesdienst gibt!
Eine Nachfrage im Eldaring-Forum hat ergeben, daß die Erfahrungen mit dem Religions- bzw. Ethikunterricht ganz unterschiedlich sind. Da mußte jemand gezwungenermaßen im Unterricht und an christlichen Messen teilnehmen (katholische Grundschule), hingegen gab es auf einer katholischen Klosterschule eben nach der Abmeldung vom Religionsunterricht eine Freistunde. Auch "Ethik" (LER, Werte und Normen ...) ist nicht immer überkonfessionell. So berichtete jemand aus Niedersachsen, daß auch im Ethikunterricht nur die Bibel "durchgeackert" wurde; an einer Bottroper Berufsschule war das Fach Ethik auch stark von der den Unterricht abhaltenden katholischen Religionslehrerin beeinflußt. Daraus folgt: Man sollte Grundgesetz und Landesverfassungen kennen und das Gesetz über die religiöse Kindererziehung. Für Rheinland-Pfalz steht in der Landesverfassung z.B., daß die Schulen die Kinder zu "Gottesfurcht" erziehen sollen. Zum Glück folgt dann in Artikel 35: "Die Teilnahme am Religionsunterricht kann durch die Willenserklärung der Eltern oder der Jugendlichen nach Maßgabe des Gesetzes abgelehnt werden."
Zu guter Letzt hilft nur das Herstellen von Kontakt zur konkreten Schule (bzw. schulische Alternativen). Siehe auch: Religionsunterricht in Deutschland
Wie selbstverständlich zwischenzeitlich die Anerkennung noch nicht-christlichen Religionen ist, kann man daran ersehen, daß muslimische Kinder in NRW an den muslimischen Feiertagen schulfrei haben [wdr.de/themen/kultur/religion/islam/zuckerfest/index.jhtml]. Da sollte man doch gleich mal "Julschulfrei" oder ähnliches fordern ...

Es sei der Hinweis erlaubt, daß Jugendliche ab der Religionsmündigkeit (mit 14 Jahren, s.a. Seite zum Kirchenaustritt) selbst über die Teilnahme am Religionsunterricht entscheiden können. In vielen Schulen können auch konfessionslose Kinder dann freiwillig am konfessionellen Unterricht teilnehmen, wenn sie das wollen und die entsprechende Lehrperson zustimmt.

"Mein Kind soll kein Außenseiter sein!", so oder ähnlich hört man Eltern oft argumentieren, wenn ihre Kinder dann doch den konfessionellen Unterricht besuchen. Ein Fünkchen Wahrheit ist hier nicht von der Hand zu weisen. Ich erinnere mich an die Diskussion mit einer Neuheidin, die ihre Kinder nicht von Geburt an heidnisch erzogen hat und ihnen dann in der Grundschule quasi "von heute auf morgen" gesagt hat, sie seien nun Heiden. Die Kinder haben das ohne Hintergrundwissen in der Schule "ausgeplaudert" und wurden von allen Seiten angegriffen. Sie konnten sich nicht wehren, weil sie die Entwicklung der Mutter nicht verstanden hatten. Deswegen sei noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Kinder von Anfang an in das heidnische Leben einzubeziehen.

Bücher

Schulkinder lernen nicht nur lesen, sie sind auch vom Köpfchen her so aufnahmefähig, daß man mit ihnen anspruchsvollere Literatur durchgehen kann. Ich möchte hier betonen, daß die Buchauswahl keineswegs die alleinige Literatur für das Kind sein soll. Es soll hier nicht der Anschein erweckt werden, daß ich kleine "Reingermanen" erziehen will. Aber der Thematik entsprechend konzentriere ich mich auf die unten erwähnten Bücher, weil die Kinder erfahrungsgemäß früh genug mit Teletubbies, Sponge-Bob und Co. in Berührung kommen.

Die "Was ist Was"-Buchreihe hat mich schon durch die Kindheit begleitet. Ich mag die Bücher noch heute. Hier gibt es den Germanen-Band, den über Wikinger und die Völkerwanderung. Sehr schön aufgemacht sind auch die Audio-CDs der Was-ist-Was-Reihe, so auch Gladiatoren / Die Germanen. Ebenfalls aus dem Tessloff-Verlag stammt Grants Die Wikinger, das ich aufgrund der herrlichen Zeichnungen empfehlen möchte. Ähnlich ist die Reihe "Wissen mit Pfiff" aufgebaut, hier z.B. der Germanen-Band oder der über die Wikinger. Ganz toll finde ich die Reihe "Sehen, Staunen, Wissen", die im Gegensatz zu den Was-ist-Was-Büchern herrliche Fotos verwendet, z.B. im Band Wikinger.

Bleiben wir mal bei den Wikingern, die sind ja so etwas wie die "Indianer Europas" (was das kindliche Spiel und Interesse angeht). Da man die Wikinger mit Nordeuropa assoziiert, ist auch die Beschäftigung mit ihnen für einen Deutschen sozusagen "erlaubt" - trotz der einschlägigen Geschichte und der leider immer noch anzutreffenden Gleichsetzung von "3. Reich" und der Beschäftigung mit den Germanen. Sei es drum, es gibt etliche Kinderbücher über die Wikinger, von denen manche recht lohnenswert sind.
Die Leute von Birka beschäftigt sich auf hohem Niveau mit der Handelsstadt im heutigen Schweden. Das große Buch von den kleinen Wikingern erzählt nette Geschichten und lädt zum Mitsingen von "Wikinger-Kinderliedern" ein, so gibt es z.B. ein sehr schönes Mittsommer-Lied. Einen weiteren Titel möchte ich dem Leser wirklich ans Herz legen: So lebten sie zur Zeit der Wikinger des französischen Forschers Nougier. Herrlich gezeichnete Bilder, die bereits die Menschen der Steinzeit in vielen Alltagssituationen zeigen, informative Texte. Generell lohnt es sich, z.B. bei Amazon.de mal nach Kinder- und Jugendbüchern in Verbindung mit dem Begriff Wikinger zu suchen.

Welche Literatur gibt es nun zum Thema germanische Mythologie? Nun, richtige Kinderbücher sind rar gesät, es gibt aber ein einfach unschlagbares Buch, das es meines Wissens in Deutschland ausschließlich im Wikingermuseum in Haithabu (bei Schleswig) gibt. Es heißt Nordische Göttersagen erzählt von Hugin und Munin. Die beiden Raben Odins werden hier als Elternpaar dargestellt, das seinen 3 Jungen über die Welt der Götter, Riesen und Menschen erzählt. Die wichtigsten Mythen werden mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad erzählt.
Schwer zu bekommen (danke, Hans!) und eher für ältere Kinder ist Götter und Helden der Wikinger. Mit schönen Illustrationen und relativ viel Text werden hier die Mythen für Kinder nacherzählt. Ansonsten verweise ich für ältere Kinder gerne mal wieder auf die Tetznersche Edda-Nacherzählung oder auch die von Bringsvaerd.

Relativ neu sind sehr schön gemachte Hörspiel-CDs zum Thema Germanische Mythologie von Katharina Neuschaefer. So etwas hat es bislang nicht gegeben. Links zu Amazon: Nordische Sagen 01: Odin, Nordische Sagen 02: Die Erschaffung der Welten, Nordische Sagen 03: Thor, Nordische Sagen 04: Vom Ende der Zeit - Ragnarök
Weiterhin interessant: es gibt nun auch eine Buchfassung zu den CDs von Katharina Neuschaefer (und viele weitere, ähnliche Produkte z.B. zur Artus-Sage).
Nachtrag: Ich kenne nun den zweiten Teil, Die Erschaffung der Welten. Fazit: Sehr schön gemacht, gut erzählt. Allerdings sieht ein Leser meiner Seiten das anders, er meint, die Götter würden sowohl in Buch wie Hörspielen "naiv, rüpelhaft und kindisch" dargestellt, was nicht dazu beitrüge, daß die Kinder "Zuneigung, Respekt und eine positive Einstellung zu den Göttern" entwickelten. Auch meint er, die CDs (auch die Musikuntermalung) würden eine recht düstere Atmoshpäre transportieren.

Schulkinder in der Pubertät

"Wir verstehen unter Kindererziehung nicht die Programmierung des Kindes mit allen "erzieherischen" Mitteln. Erziehung ist das Miteinbeziehen des Kindes in unsere Lebens- und Gedankenwelt. Indem wir unseren Kindern unsere Religion mit den Tugenden und Verpflichtungen vorleben, indem wir unseren Kindern das Herz und den Geist für die Natur und ihre Wunder öffnen und indem wir unseren Kindern eine Alternative zu dem Monotheismus, dem Konsumzwang usw. auftun, erziehen wir sie zu kritikfähigen, selbstbewussten Menschen, die frei entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten."
   [Thorbern, OR (www.geocities.com/odinicde/konflikte.html)]

Allgemeines

In diese Zeit, die ich mal mit dem 12. Lebensjahr beginnen lassen möchte, fällt die Jugendleite. Das ist der Übergang vom Dasein als Kind zum "Jugendlichen". Wenn die Kinder zur Kindesweihe einen Runenring geschenkt bekommen haben, dann brennen am 12. Geburtstag alle 12 Kerzen. Die Kindheit ist damit zu Ende und ein neuer Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsensein beginnt - die Jugend. Wie auf der Seite über die Feste im Lebenskreis dargelegt, sollten die Kinder jetzt aktiver am Sippenleben teilnehmen, Aufgaben übernehmen und den persönlichen Kontakt mit den Göttern suchen.

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Gruppen

(Jugendgruppen, Pfadfinder, Wandervogel ...)

"Mit dem eigenen Jungsein entdeckten diese jungen Menschen auch die Jugend ihres Volkes. Mysterienspiele, Musik der Frühzeit, Volkslieder, Fastnachtsschwänke, Tänze, in denen auch das zum Ausdruck kam, was auch in ihnen jubelte, grübelte und weinte, wurden aus ihrem Schlaf geweckt und erneuert. Mit einem Ungestüm ohnegleichen warf die Jugend sich der Landschaft ans Herz. (...) Was für frohe und gedankenvolle Sommerabende ereigneten sich draußen unter den Linden der Landheime, was für tannendurchduftete, verwunschene Weihnachten in den verschneiten Burgruinen des Vaterlandes."
   [Manfred Hausmann (über die Wandervogelbewegung)]

Bücher

In diesem Alter können die Kinder schon (kindgerechte) Romane lesen, die z.B. in der Wikingerzeit spielen. Auch die Nibelungensage gibt es in zigfacher Nacherzählung, hier seien besonders die von Grundy und Hohlbein erwähnt. Klassische "Wikingerabenteuerromane" sind z.B. Röde Orm und Speckseites Ostseefahrt. Wikingerzeit und Kriminalroman mischt Köster-Lösche in ihrer Trilogie. ...

Junge Erwachsene

Junge Erwachsene, das sind für mich die 16- bis 18-Jährigen, die u.U. schon nicht mehr die Schule besuchen, sondern in einem Ausbildungsverhältnis stehen. Deshalb der Begriff "Erwachsene", denn diese Jugendlichen stehen schon im "Erwerbsleben", wie man so schön sagt; sie sind in die Welt der Erwachsenen getreten, bedürfen aber dennoch einer gewissen Führung - und wenn sich das nur so darstellt, daß sie mit einer Vertrauensperson ihre Alltagserlebnisse reflektieren können. ...

Bücher

Für Romane siehe diese Seite. ...

Respect the Elders. Teach the Young.
Cooperate with the Pack.
Play when you can. Hunt when you must.
Rest in between.
Share your affections. Voice your feelings.
Leave your mark.
   [The Wolf Credo, Autor unbekannt]

Ein Vater muss lernen, das Handeln seiner Söhne zu akzeptieren, und zwar nicht gemessen an seinen Wünschen, sondern an deren Möglichkeiten.
   [Machiavelli]

 

Seiteninfo: 1.Autor: Stilkam | 2.Autor: ING | Weitere Autoren: - | Stand: 25.01.2014 | Urheberrecht beachten!