Heil

Heil bedeutete zunächst nur "Gesundheit". Dann kam noch eine Glückskomponente dazu - die rein körperlich-geistige Gesundheit wurde zu einer Ganzheitlichkeit, einem Wohlergehen, das mit dem sprichwörtlichen Fünkchen Glück ausgestattet ist. Jemand, der z.B. gut angeln kann und der immer die größten Fische fängt, würde man "Angel-Heil" nachsagen. Ein guter König hatte "Königs-Heil", war er oft siegreich, hatte er "Siegheil". Menschen mit viel Heil nennt man "Heilinge".
Heil ist nicht ausschließlich individuell zu sehen, es hat eine starke familienbezogene Komponente, das Sippenheil. Das ist passiv wie aktiv zu sehen: Das Individuum profitiert von gutem Sippenheil, muß jedoch seinerseits daran arbeiten, das Sippenheil für alle zu mehren. Das wiederum geschieht durchs kultische und gemeinsame Opfern. Im Ritual begegnet man den Göttern und hat so auch an deren Heil teil.

Siehe dazu auch Ethik, Ritualeinführung, auch Hamingja = Heil

"Heil ist der letzte und tiefste Ausdruck für das Wesen des Menschen und zugleich der umfassendste. Man kann nicht weiter gelangen; wie tief man auch in die Menschenseele eindringt, nie wird man hinter das Heil blicken. Vor allem ist das Verwandschaftsgefühl eine Äußerung des Heils, und wenn Bosheit und Neidingschaft hervorbrechen, ist es ein Zeichen, daß das Herz dieser Sippe zerstört ist, und wir können dann mit Gewißheit voraussagen, daß auf dieses erste Neidingswerk andere folgen werden, und daß das Wirken dieser Sippe keine Frucht tragen wird."
   Grönbech

 

Seiteninfo: 1.Autor: Stilkam | 2.Autor: ING | Weitere Autoren: - | Stand: 01.06.2013 | Urheberrecht beachten!