Gabenschälchen aus Ton

Zur Darbringung kleinerer Opfergaben, zum Beispiel von Honig, Butter, Getreide, Nüssen, Räucherwerk oder ähnlichem, lassen sich Tonschälchen verwenden, die man sich ohne großen Aufwand selbst herstellen kann. Und da sie später natürlich an Ort und Stelle bleiben, müssen sie umweltneutrale Eigenschaften besitzen. Daher werden die Tonschälchen auch nicht gebrannt, sondern nur luftgetrocknet. Das macht sie stabil, aber nicht dauerbeständig. Mit der Zeit werden sie sich in der natürlichen Umgebung zersetzen.

Ton läßt sich in allen Bastelmärkten, vielen Blumen- und Gartenläden, oder auch manchen Baumärkten kaufen. Und wenn's gar nicht anders geht im Internet. Es gibt auch je nach örtlichen Gegebenheiten immer wieder sehr lehmreiche Böden und mit etwas Glück kann man sich vielleicht sogar 'ne Handvoll aus der Nähe mitnehmen. Sicher mit Abstand die beste Lösung. Alle anderen (inklusive mir) müssen eben auf Fertigprodukte zurückgreifen, die keineswegs schlecht sind. Es läßt sich jeder normale Ton verwenden, wobei auch speziell lufthärtende Modelliermassen angeboten werden. Hier sollte darauf geachtet werden, daß sie aus natürlicher Tonerde hergestellt sind. Der Begriff "Modelliermasse" klingt im ersten Moment etwas künstlich... muß bei genauerem Hinsehen aber gar nicht so sein.

Die Herstellung ist denkbar leicht und gerade diese Einfachheit ist es, die den Schälchen ihr archaisches Aussehen verleiht. Zum Schluß lassen sich noch Linien, einfache Muster, Sinnzeichen oder Runen einritzen.

Vorbereitung

Zu Beginn bereit legen:

1.Schritt - Ausrollen

Ich verwende die Häfte meines Tonpakets, also ca. 500g für 5 Schälchen. Den Rest gleich wieder luftdicht verpacken und ab in den Kühlschrank. Was beim Backen das Mehl ist, ist hier das Wasser... wenn's um das Ausrollen geht. Was aber nicht heißt, daß alles schwimmen muß. Der Ton darf weder zu feucht, noch zu trocken sein. Am Besten tropfenweise mit den Fingern zuführen. Den Ton beim Ausrollen zwischendurch ruhig immer wieder mal hochnehmen und vom Backpapier lösen, um ihn beidseitig anzufeuchten. So läßt er sich gleichmäßig verarbeiten, bis sich etwa eine Stärke zwischen 3 - 5 mm ergibt.

2.Schritt - Zuschneiden

Wenn der Ton ausgerollt ist, die Rolle am Besten gleich mit Wasser abspülen. So läßt sich später alles rückstandslos reinigen. Um für jedes Schälchen etwa die gleiche Menge Ton zu haben, lege ich den Zirkel an. Das muß man nicht machen, geht auch mit Augenmaß. Dann den Kreis ausschneiden und vorsichtig anheben. Jedes Loch mit einem Stück Ton verschließen.

3.Schritt - In Form bringen

Über die Kugel lege ich ein Stück Frischhaltefolie, ansonsten haftet der Ton an der Kugel und läßt sich später kaum noch unbeschadet abnehmen. Und im klebenden Zustand auf der Kugel zu trocknen, kann zu Rissen oder schlimmstenfalls zum Zerbrechen führen. Also Folie drunter, Kugel auf einen Becher, Finger anfeuchten und Tonrondell mittig draufsetzen. Mit streifenden und kreisenden Fingerbewegungen in Form bringen, kleine Risse einfach mit etwas Wasser glätten.

4.Schritt - Zum Trocknen vorbereiten

Nun muß die Halbkugel mit Form und Folie trocknen. Entweder besorgt man sich einige Styroporkugeln (die ja nicht viel kosten) und läßt das fast fertige Schälchen einfach drauf. Oder man knüllt etwas Zeitungspapier (leicht anfeuchten) zu einer Kugel und bettet das Tonschälchen um. Noch besser wären Holzkugeln.

Zu guter Letzt

Jetzt läßt man alle Tonschälchen kopfüber auf der Form an einem gleichmäßig warmen Ort trocknen. Am nächsten Tag kann man schon mal vorsichtig versuchen, die Schälchen anzuheben und von der Folie zu befreien. Dann würde ich sie noch einige Tage liegen lassen. Der getrocknete Ton läßt sich übrigens auch nachträglich noch prima bearbeiten, mit feinem Schleifpapier glätten oder mit einer feinen Spitze verzieren. Mit etwas Übung wird's immer leichter. Meine Aktion hat eine knappe Stunde gedauert, mit vorbereiten, aufräumen und saubermachen.

Und am Ende sieht's dann so aus...

Zwei in Asche und drei in Erde eingerieben...

Zwei Beispiele - zwei Erdopfer...

 

 

Seiteninfo: 1.Autor: ING | 2.Autor: - | Weitere Autoren: - | Stand: 25.01.2016 | Urheberrecht beachten!